Man muss kein Prophet sein, um zu sehen, dass die Krise unausweichlich den Binnenmarkt in Deutschland erreichen wird - durch die allgemein abnehmende Kaufkraft. Dann sind alle Unternehmen betroffen - auch Franchise-Systeme. Egal ob Handel, Dienstleistung oder Gastronomie. Unternehmen, die sich stark am Kunden orientieren, werden leichter mit den anstehenden Aufgaben zurechtkommen. Wer zusätzlich noch die lokalen Märkte mit selbstständigen Unternehmern bearbeiten kann - wie die meisten Franchise-Systeme - hat gute Chancen als Gewinner aus der Krise hervorzugehen. Die Systemzentrale ist jetzt besonders gefordert zu hinterfragen: „Tun wir noch die richtigen Dinge - und tun wir sie richtig?". Und besser als der Mitbewerb. Nachfolgend fünf Tipps für mehr Effektivität in der Führung eines Franchise-Systems. Fünf Tipps für mehr Effektivität 1. Die Franchise-Partner befragen Die Franchise-Partner sind näher am Kunden und an dem lokalen Markt. Um frühzeitig auf Marktänderungen reagieren zu können, sollten die Partner monatlich über aktuelle Erkenntnisse, Kundenbedürfnisse und Wünsche der Kunden befragt werden. Webbasierte Befragungen kosten wenig und liefern schnelle Ergebnisse. Durch die hohe Relevanz und den Nutzen für den Partner, kann man mit einem hohen Rücklauf rechnen. Aufwand pro Monat (Einladung, Auswertung etc.): 1 Tag Nutzen: Aktuelle Ergebnisse über Kundenwünsche, Partnerwünsche, Markt- und Partnerstimmungen; schnelle und zielgerichtete Anpassung des Marketings bzw. Ideen für neue Produkte und Dienstleistungen. 2. Kennzahlen-Check: Monitoren Sie die sechs Richtigen mit Zusatzzahl Je mehr Kennzahlen man überwacht, desto höher ist die Gefahr, dass man den Blick für das Wesentliche verliert. Wir haben sechs Kennzahlen exemplarisch für Handel, Gastronomie und Dienstleistungen rausgesucht, die einen Quick-Check ermöglichen: | Kennzahl gibt Auskunft über: | Handel | Gastronomie | Dienstleistung | | Finanzielle Gesundheit: | Cashflow | Cashflow | Cashflow | | Strategischen Aufwand: | Personal | Personal | Personal | | Vertriebsleitung: | Durchschnittsbon | Durchschnittsbon | Abschlussquote | | Marketingerfolg: | Kundenfrequenz | Kundenfrequenz | Anfragen | | Qualität, Service, Kundenzufriedenheit: | Reklamationsquote | Reklamationsquote | Folgeauftrag-Quote | | Mitarbeiterzufriedenheit / Motivation | Fehlzeiten Mitarbeiter | Fehlzeiten Mitarbeiter | Fehlzeiten Mitarbeiter | | Zusatzzahl - Zustimmungsgrad zum System | Commitment in % | Commitment in % | Commitment in % |
Mit „Commitment" meinen wir den Zustimmungsgrad eines Franchise-Partners zum System: Setzt der Partner das Konzept systemkonform um und beteiligt er sich aktiv an der Weiterentwicklung des Systems. Dies kann z.B. über regelmäßige Checks vor Ort, strukturierte Besuchsberichte, Auswertungen von Vorschlägen usw. überprüft werden. Wenn von allen Betrieben die Zahlen vorliegen, können Benchmarks, Betriebsvergleiche und Rankings erstellt werden, um schnell Stärken und Schwächen der jeweiligen Partner zu erkennen und frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen. 3. Monitoren Sie den Werbeerfolg Werbebudgets kann man effektiver einsetzen, wenn man weiß, in welchen Medien, mit welchen Anzeigen und in welchen Regionen die Werbung die meisten Kunden aktiviert hat. Dazu nachfolgend beispielhaft zwei Wege: a) Man nutzt Geo-Marketing-Instrumente, dokumentiert über eine Kundenkarte oder Abfrage der PLZ woher ein Kunde kommt und was er in einem Geschäft / Restaurant gekauft hat (Warenwirtschaftssysteme / ERP-System / Kassensysteme). Anhand der Daten können Geo-Marketing Experten ziemlich genau ermitteln, wie man sein Budget effektiver einsetzen kann. b) Wenn man auf diese Instrumente nicht zugreifen kann, lässt man die Partner bestimmte Kampagnen (lokale vom Partner und überregionale) mit standardisierten Fragebögen zeitnah nach jeder Werbeaktion beurteilen. Wenn alle Partner mitmachen, bekommt man so auch ein gutes - zumindest deutlich schärferes - Bild des Werbeerfolgs, als ohne Partnerbefragung. 4. Wöchentlich Einsatzbesprechungen - jetzt am Ball bleiben Teams, die sich regelmäßig auf ein Ziel verständigen, sind erfolgreicher. Daher sind wöchentliche Einsatzgespräche über Vertriebs-, Service- und Qualitätsziele sehr zu empfehlen - aber nicht länger als 30 Minuten. Auch die Zentrale sollte - z.B. über Webkonferenzen - ihre Partner wöchentlich oder 14-tägig über Neuigkeiten informieren und sich mit ihnen auf Vertriebsziele verständigen. 5. Nutzen Sie Instrumente, die Zeit und Geld sparen Haben Sie Abläufe mit einem hohen Wiederholungsgrad? Haben Sie viele Interessenten-Anfragen / Bewerbungen? Wie werden die Partner informiert und qualifiziert? Werden Partner-Kennzahlen manuell erfasst / nach erfasst? Checks mit Liste und Kugelschreiber ausgefüllt? usw. Es gibt heute eine Reihe guter webbasierter Anwendungen, die einem helfen können, Abläufe zu optimieren, Zeit und Geld zu sparen. Eine gute DSL-Infrastruktur, günstige Tarife und attraktive Anwendungen sind vorhanden - wie z.B. E-Learning-Tools, Webkonferenzen, Online-CRMs, Store-Check-Tools usw.
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