| Pleiten, Pech und Pannen - ein gefundenes Fressen für die Presse. Erst recht, wenn es um einen gescheiterten Franchise-Partner geht. Schnell ist da von Betrug, Knebelverträgen oder Bereicherung die Rede. Plötzlich tauchen ehemalige Partner vermummt im Fernsehen, Blogs im Internet oder Reportagen in der Zeitung auf. Keine Chance, das zu verhindern? Doch! Aber wer erst in der Krise mit den Redaktionen in Kontakt tritt, hat in der Regel schon verloren. Jede langfristig angelegte PR ist im Kern eine - wenn nicht die - Maßnahme, der Krise vorzubeugen. Denn sie schafft in den Redaktionen bei den Journalisten das notwendige Vertrauen und das Wissen um Ihr System, mit dem Sie im Krisenfall rechtzeitig das Feuer löschen können. Wer hier unbekannt oder noch schlimmer, in der Vergangenheit einen schalen Beigeschmack hinterlassen hat, kämpft gegen Windmühlen. Am häufigsten unterschätzt: Faktor Mensch Wenn Unternehmen an Krise denken, liegt häufig nur ein Plan für Fehler im Produktbereich in der Schublade. Aber ein Mitarbeiter, der wegen Raserei auf der Autobahn den Tod einer jungen Frau und ihrer kleinen Tochter verursacht? Ein Unternehmer, der einer sexuellen Straftat bezichtigt wird? Ein Angestellter, der auf ein bestelltes Essen spuckt und das als Videoclip ins Internet stellt? Menschen stehen heute mehr denn je im Interesse der Öffentlichkeit - und damit auch mittelbar oder unmittelbar Ihre Unternehmensmarke. Spätestens wenn das Geschäft nicht mehr so gut läuft, weiß das auch Ihr Franchise-Partner. Und wenn der es nicht weiß, weiß es sein Anwalt. Was noch vor einigen Jahren eine Seltenheit war, gehört inzwischen zum Alltag: Schreiben von unzufriedenen Partnern an große Medientitel oder negative Stimmungsmache via Blog und Twitter. Eine aktive und kontinuierliche Beziehungspflege zu den Redaktionen wirkt hier präventiv - die professionelle Intervention in der Krise effektiv. Fünf Regeln der Krisen-PR - Ein Mann, eine Stimme: Bestimmung einer Schlüsselperson als alleiniger Sprecher, die als einzige nach Außen kommuniziert. Gegensätzliche Aussagen oder Vermutungen von Dritten gilt es unbedingt zu vermeiden. - Nachrichtensperre: Anfragen, beispielweise bei Franchise-Partnern oder deren Mitarbeiter zur Sache, werden ausschließlich mit dem Verweis auf den zuständigen Sprecher beantwortet. - Lückenlose interne Analyse des Sachverhalts: Im Krisenfall muss die ganze Wahrheit auf den Tisch. Nur so kann das Ausmaß richtig eingeschätzt, alle Eventualitäten durchgespielt und die bestmöglichen Maßnahmen eingeleitet werden. - Informationsfluss sicher stellen: Alle Beteiligten, die mit dem Krisenfall beschäftigt sind, müssen in einem ständigen Informationsaustausch stehen, bei dem die Vorgaben und die Zuständigkeiten klar geregelt sind. Nur so können zusätzlich interne Pannen vermieden werden. - Wer nicht kommuniziert, verliert: Jedes Gespräch mit Journalisten abzulehnen ist die denkbar schlechteste Entscheidung. Das macht die Krise noch interessanter. Hintergrundgespräche „off-the-record" sind wichtige vertrauensbildende Maßnahmen, die den Verlauf der Krise wesentlich beeinflussen können. Weitere Informationen unter Public Relations. |
|